Profil Anton Gartmann

B-06 · Lager & Versand

Bestandskorrektur

Gezählt sind 78. Im System stehen 80. Und jetzt?

Ausgangslage

Zwei Zahlen für denselben Artikel.

Am Regal ergibt die Zählung 78. Im System stehen 80. Beide Zahlen gehören zum selben Artikel. Welche stimmt? Und wo genau liegt der Unterschied: auf welchem Lagerplatz, in welcher Charge?

Die Antwort reicht über das Regal hinaus. Vom Bestand hängt ab, was für neue Aufträge verfügbar ist und was schon reserviert ist. Auch die Disposition plant mit ihm, etwa mit Mindest- und Zielbeständen.

Die gezählte Zahl einfach einzutragen, beantwortet keine dieser Fragen. Die Bestandskorrektur stellt deshalb beide Zahlen nebeneinander, hält Lagerplatz, Charge, Differenz und Grund zusammen und übergibt die Korrektur gezielt zur Buchung.

01Zählung

Lagerplätze und Chargen prüfen

Die Korrektur beginnt mit einem Scan des Artikels im mobilen Lager-Hub. Danach zählt der Ort: Ein Artikel kann auf mehreren Lagerplätzen und in mehreren Chargen liegen. Die Bestände sind deshalb bis auf Lagerplatz und Charge aufgeschlüsselt. So ist klar, worauf sich die gezählte Menge bezieht.

02Zählung

Neue Mengen eingeben und die Abweichung sehen

Die gezählte Menge wird direkt eingegeben. Die Abweichung zum Systembestand erscheint sofort, noch bevor etwas gebucht ist. Aus 80 und 78 wird −2. So fällt ein Unterschied auf, solange man noch vor dem Regal steht und nachzählen kann.

03Abgleich

Systembestand und gezählte Menge nebeneinander prüfen.

Keine der beiden Zahlen verdrängt die andere. Der Systembestand bleibt als Bezug stehen, die gezählte Menge steht daneben. So ist auf einen Blick zu sehen, in welche Richtung die Korrektur geht und wie groß sie ist. Erst dieser Vergleich macht aus einer Zählung eine Korrektur.

04Abgleich

Gesamtbestand, Reservierungen und Verfügbarkeit unterscheiden

Nicht jedes Stück im Regal ist noch frei. Ein Teil des Gesamtbestands kann schon für Aufträge reserviert sein, verfügbar ist nur der Rest. Die Bestandskorrektur hält diese drei Werte auseinander. So lässt sich einschätzen, ob eine Abweichung nur freie Ware betrifft oder auch Mengen, die schon zugesagt sind.

05Korrektur

Einen Korrekturgrund ergänzen

Eine Differenz ohne Grund lässt sich später kaum erklären. Deshalb gehört zur Korrektur ein Korrekturgrund. Er steht direkt bei der Zahl, nicht in einer Notiz an anderer Stelle. Wer die Korrektur später ansieht, erkennt nicht nur, was sich geändert hat, sondern auch, warum.

06Korrektur

Die Korrektur gezielt zur Buchung übergeben

Der Bestand im System ändert sich nicht nebenbei. Erst ein eigener, bewusster Schritt übergibt die Korrektur zur Buchung im ERP weclapp. Aus der Oberfläche heraus entsteht so eine echte Buchung. Die Übergabe steht am Ende: nach Zählung, Abgleich und Korrekturgrund.

07Nachvollziehbarkeit

Lagerplatz, Charge, Differenz und Korrekturgrund bleiben im Zusammenhang sichtbar.

Vier Angaben beschreiben eine Korrektur: wo gezählt wurde, welche Charge betroffen ist, wie groß die Abweichung ist und warum korrigiert wird. Sie bleiben gemeinsam im Blick. So wird aus einer geänderten Zahl ein Vorgang, den auch andere nachvollziehen können.

Im Detail

Was hinter dem Zählblatt steckt.

Eine Aufgabe im Lager-Hub

Die Bestandskorrektur ist kein Programm für sich. Sie ist eine Aufgabe im mobilen Lager-Hub, neben Etikettendruck, EAN-Pflege und dem Verknüpfungsstatus über ERP und angebundene Shops. Ein Scan öffnet den Artikel. Beim Scannen gibt der Lager-Hub eine hörbare Rückmeldung, der Blick kann am Regal bleiben. Korrigiert wird dort, wo gezählt wird.

Vier Angaben, ein Zusammenhang

Fehlt eine Angabe, fehlt ein Teil der Erklärung. Ohne Lagerplatz bleibt offen, welches Fach nachzuzählen ist. Ohne Charge bleibt offen, welche Partie betroffen ist; Chargen können sich etwa im Mindesthaltbarkeitsdatum unterscheiden. Ohne Differenz bleibt nur die neue Zahl. Ohne Grund fehlt das Warum. Deshalb bleiben alle vier zusammen sichtbar.

Buchung statt stiller Änderung

Eine überschriebene Zahl verrät nicht, was vorher galt. Auf dem Zählblatt wird deshalb nicht radiert, sondern durchgestrichen: Die alte Zahl bleibt lesbar, die neue steht daneben. Die Bestandskorrektur folgt demselben Gedanken. Systembestand und Zählung bleiben nebeneinander sichtbar, und die Änderung geht als Buchung ins ERP, nicht als stilles Überschreiben.

Zusammenspiel

Zwischen Scan und Planung.

Die Bestandskorrektur liegt zwischen dem Scan im Lager und der Planung: Sie beginnt im Lager-Hub und liefert den Bestand, mit dem die Disposition rechnet.

  • B-05Lager-Hub

    Hier beginnt die Korrektur. Ein Scan öffnet den Artikel mit seinen Beständen nach Lagerplatz und Charge; die Bestandskorrektur ist eine der Aufgaben dort.

  • C-04Disposition

    Sie plant mit dem gebuchten Bestand: Mindest- und Zielbestand, Reichweite, offene Bestellungen. Unterschreitet ein Bestand den Mindestbestand, startet die Produktion automatisch.

Gezählt. Geprüft. Korrigiert.

Systembestand und gezählte Menge nebeneinander prüfen. Lagerplatz, Charge, Differenz und Korrekturgrund bleiben im Zusammenhang sichtbar.

Funktionen

  • Gesamtbestand, Reservierungen und Verfügbarkeit unterscheiden
  • Lagerplätze und Chargen prüfen
  • Neue Mengen eingeben und die Abweichung sehen
  • Einen Korrekturgrund ergänzen
  • Die Korrektur gezielt zur Buchung übergeben

Technik & Rolle

So ist das Werkzeug gebaut.

Rolle
Konzeption und Entwicklung
Einsatz
Aufgabe im mobilen Lager-Hub, Scan mit Audio-Feedback
Oberfläche
Selbst gebaute Web-Oberfläche in HTML und JavaScript
Abläufe
n8n verbindet Oberfläche und ERP; das Werkzeug stammt aus eigenen n8n-Workflows
ERP
weclapp, angebunden über die REST-API (v1 und v2) und Ereignis-Webhooks; Korrekturen werden als echte Buchungen ausgelöst
Zugang
Mit eigener Anmeldung
Stand
Laufender Betrieb