Profil C-04 · Steuerung & Kennzahlen Demo ausprobieren Anton Gartmann

DispositionDer Bestand reicht noch. Aber reicht er auch bis zur nächsten Lieferung?

Verbrauch, Reichweite, Lieferzeit und offene Bestellungen fließen in die Planung ein.

Zum Pegel
C-04 Lieferung Verbrauch Zielbestand Mindestbestand

Ausgangslage

Der Bestand ist nur eine Momentaufnahme.

Ein Blick ins Lager zeigt, wie viel da ist. Ob es reicht, zeigt er nicht. Das hängt davon ab, wie schnell der Bestand verbraucht wird und wann die nächste Lieferung eintrifft.

Wird zu spät bestellt, fehlt die Ware, bis die Lieferung da ist. Wird zu früh oder zu viel bestellt, bindet der Bestand Lagerplatz und Geld. Bei Waren mit Mindesthaltbarkeitsdatum läuft zudem die Zeit.

Die Disposition macht aus der Frage eine Rechnung. Heraus kommen Bestellvorschläge und eine Übersicht nach Dringlichkeit und Lieferant.

Zielbestand Mindestbestand zu viel zu wenig

Funktionen im Detail · Pegel

Reicht der Bestand bis zur nächsten Lieferung?

Vier Schritte am Pegel zeigen, wie die Planung den sinkenden Bestand liest – und wann sie eingreift.

Bestand über die Zeit Beispieldaten Nachbestellen empfohlen
ZielbestandMindestbestandOffene BestellungheuteReichweiteLieferzeit
  1. Mindest- und Zielbestände berücksichtigen

    Für einen Artikel gelten zwei Marken. Der Mindestbestand ist die untere: Darunter wird es knapp. Der Zielbestand ist die Höhe, bis zu der nachbestellt wird. Gepflegt werden beide am Artikel, zum Beispiel im Lager-Hub.

    Im Bild: Zwei Marken auf der Pegellatte rahmen den Bestand – oben der Zielbestand, unten der Mindestbestand.

  2. Reichweite mit der Lieferzeit vergleichen

    Die Reichweite rechnet den Bestand in Tage um, auf Grundlage des Verbrauchs. Die Lieferzeit ist die Spanne von der Bestellung bis zum Eintreffen der Ware. Solange die Reichweite länger ist, bleibt Zeit zum Bestellen.

    Im Bild: Der Pegel sinkt mit dem Verbrauch, die Reichweite wird kürzer, die Lieferzeit bleibt gleich lang. Bevor die Reichweite kürzer ist als die Lieferzeit, steht der Bestellvorschlag.

  3. Offene Bestellungen einbeziehen

    Offen heißt: bestellt, aber noch nicht geliefert. Ohne diese Mengen würde derselbe Bedarf ein zweites Mal gemeldet. Welche Bestellungen offen oder überfällig sind, zeigt das Einkaufs-Dashboard.

    Im Bild: Die bestellte Menge ist unterwegs und zählt in der Planung schon mit – die Reichweite reicht wieder über die Lieferung hinaus.

  4. Bestellen, bevor es fehlt.

    Darauf läuft die Rechnung hinaus: Die Ware trifft ein, solange noch Bestand da ist. Der Vorschlag kommt nicht erst am leeren Tank, sondern sobald die Reichweite auf die Lieferzeit schrumpft.

    Im Bild: Die Lieferung füllt nach, bevor der Pegel unter den Mindestbestand fällt.

Rechenbeispiel

Reichweite und Lieferzeit im Vergleich

Ist die Reichweite länger als die Lieferzeit, kommt eine heutige Bestellung rechtzeitig. Ist sie kürzer, fehlt die Ware für die Tage dazwischen.

Beispielartikel A

Nachbestellen empfohlen

Reichweite9Tage

Lieferzeit5Tage

Lieferung kommt rechtzeitig

Beispielartikel B

Sofort bestellen

Reichweite5Tage

Lieferzeit6Tage

Lieferung kommt zu spät

Im Bild: Bestellt wird heute. Bei Beispielartikel A trifft die Lieferung ein, solange noch Bestand da ist. Bei Beispielartikel B ist der Bestand vor der Lieferung aufgebraucht.

Bestellvorschlag

Bestellvorschläge mit Mindestmengen und Gebinden ableiten

Ausgangspunkt ist die Menge bis zum Zielbestand; Bestand und offene Bestellungen zählen mit. Die Mindestmenge legt fest, wie viel mindestens bestellt wird. Gebinde sind feste Packungsgrößen – bestellt wird in vollen Gebinden.

Nachbestellen empfohlenBeispieldaten
  • Bestand
  • Offene Bestellung
  • Gebinde

Bestellvorschlag 150Stück

Rechenbeispiel

Im Bild: Bestand und offene Bestellung reichen nicht bis zur Zielmarke. Die Mindestmenge hebt den Vorschlag darüber, fünf volle Gebinde runden ihn auf.

Übersicht

Artikel nach Dringlichkeit und Lieferant ordnen

Die Übersicht stellt nach vorn, was zuerst Aufmerksamkeit braucht. Nach Lieferant geordnet, steht beisammen, was beim selben Lieferanten bestellt wird.

Beispieldaten

Sortiert nach Dringlichkeit

  1. Artikel DLieferant 2Sofort bestellen
  2. Artikel BLieferant 1Sofort bestellen
  3. Artikel FLieferant 3Nachbestellen empfohlen
  4. Artikel CLieferant 3Nachbestellen empfohlen
  5. Artikel ALieferant 2
  6. Artikel ELieferant 1

Im Bild: Nach Dringlichkeit stehen oben die Artikel, deren Lieferzeit länger ist als ihre Reichweite. Bei ihnen fehlt die Ware, bevor eine heutige Bestellung eintrifft.

Im Detail

Was hinter dem Pegel steckt

Beispielwerte
90 Stück · 10 je Tag9 Tage
90 Stück · 15 je Tag6 Tage

Verbrauchsbasierte Reichweite

Für die Reichweite wird der Bestand durch den Verbrauch je Tag geteilt. Verbrauchsbasiert heißt: Die Rechnung folgt dem Verbrauch des Artikels. Steigt er, wird die Reichweite kürzer, obwohl der Bestand gleich bleibt.

Im Bild: Gleicher Bestand, anderer Verbrauch. Jede Scheibe im Tank ist ein Tag.

MHD
  • Grün genug Zeit
  • Gelb das Datum rückt näher
  • Rot es wird knapp

MHD-Ampel

Neben der Reichweite zeigt das Dashboard eine MHD-Ampel. Sie macht sichtbar, welcher Bestand sich seinem Mindesthaltbarkeitsdatum nähert. Denn ein Bestand kann rechnerisch lange reichen und trotzdem vorher sein Datum erreichen.

Im Bild: Die Zeit bis zum Datum läuft ab wie in einer Wasseruhr.

Zielbestand Mindestbestand Produktion E-Mail

Produktion startet am Mindestbestand

Nicht jeder Nachschub wird bestellt. Unterschreitet ein Bestand den Mindestbestand, startet die Produktion automatisch. Zugleich geht eine Benachrichtigung per E-Mail hinaus. Von Hand muss den Start niemand auslösen.

Im Bild: Ein Schwimmer folgt dem Pegel und schaltet an der Mindestmarke.

Zusammenspiel

Vier Leitungen zu anderen Werkzeugen

Die Daten kommen aus dem ERP weclapp. Jede Leitung im Plan steht für einen Zusammenhang mit einem anderen Werkzeug.

C-04 B-05C-02A-01C-01
  • B-05

    Lager-Hub

    Am gescannten Artikel lassen sich Mindest- und Zielbestand bearbeiten – die Marken, nach denen die Planung rechnet.

  • C-02

    Einkaufs-Dashboard

    Hier stehen offene und überfällige Bestellungen, Lieferzeiten und Liefertreue. Was offen ist, rechnet die Disposition als unterwegs mit.

  • A-01

    Produktion

    Fällt ein Bestand unter die Mindestmarke, springt die Produktion automatisch an. Ihre Oberfläche zeigt, welcher Auftrag starten kann.

  • C-01

    Dashboard-Hub

    Der gemeinsame Einstieg in die Auswertungen aus dem ERP. Das Dispositions-Dashboard gehört dazu.

Technik & Rolle

Live-Daten aus dem ERP, gerechnet in n8n.

C-04 · DispositionBetrieb
Daten
ERP weclapp, per API und Ereignis-Webhooks an n8n angebunden
Rechnung
n8n-Workflows; die Kennzahlen entstehen serverseitig aus Live-Daten, nicht von Hand gepflegt
Oberfläche
selbst gebaute Web-Oberfläche in HTML und JavaScript
Automatik
Produktionsstart am Mindestbestand, Benachrichtigung per E-Mail
Rolle
Konzeption und Entwicklung
Stand
laufender Betrieb
Umfeld
JJ’s Food & Feed Trade, mit weclapp als zentralem System – eingeführt von Anton Gartmann
Abbildungen
Werte auf dieser Seite sind Beispieldaten, die Ansicht stammt aus der Demo mit Fantasiedaten